Hundenahrung und Hundeernährung sind Dauerbrenner unter den Themen bei Hundehaltern. Zum Thema Hundenahrung bzw. Hundeernährung existieren weitaus mehr Meinungen, als es Futtersorten gibt. Der Tierarzt sagt dies, der Hundelehrer das und der Hundezüchter wieder etwas anderes. Jeder Hundebesitzer oder Hundeexperte schwört auf seine spezielle Marke in Sachen Hundenahrung und auf seinen Plan der Hundeernährung.
Hunde-Interessenten und Neuhundebesitzer kommen da schnell ins Schleudern und lassen sich von den vielen Meinungen und dem Überangebot an Hundenahrung verunsichern. Um eines vorweg zu nehmen: Es gibt weder feste Regeln oder „richtige Tipps“ für die Wahl von Hunde- oder Welpenfutter (z.B. der Art oder der Marke) noch gibt es eine Art Patenrezept für die richtige Hundeernährung (z.B. Menge, Häufigkeit). Alle Hunde sind unterschiedlich in Rasse, Körperbau, Alter, Größe etc. Aus diesem Grund müssen Hunde, hinsichtlich gesunder Hundeernährung, individuell betrachtet werden.
Mit diesem Beitrag möchte ich bei dem Einstieg in das Thema Hundefutter/Hundeernährung behilflich sein und ein paar Fakten zum Thema Hundenahrung ansprechen. Unabhängig von der Hundefutterwahl sollten bestimmte Dinge bei der Hundeernährung bekannt sein bzw. berücksichtigt werden:

Wichtige Nährstoffe und Grundnahrungsmittel

Ob Welpenfutter oder Hundenahrung für ausgewachsene Hunde, Hundenahrung sollte sich grundsätzlich aus folgenden Nährstoffen zusammensetzen:

– Proteine
– Eiweiß
– Fettgehalt
– Kohlenhydrate
– Mineralstoffe
– Vitamine (20 verschiedene)
– Ballaststoffe

Für eine ausgewogene und gesunde Hundeernährung ist es wichtig, dass diese Nährstoffe im richtigen Verhältnis zueinander und in der richtigen Menge auf Ihren Hund abgestimmt werden. Hierbei spielen Angaben wie Alter, Größe und Gewicht die entscheidende Rolle. Welpenfutter setzt sich beispielsweise anders zusammen als Hundefutter für erwachsene Hunde.
Erhalten Sie einen Überblick auf die wichtigsten Grundnahrungsmittel, in denen die genannten Nährstoffe enthalten sind:

  • Fleisch
  • Getreide
  • Kartoffeln
  • Fett (z.B. Geflügelfett)
  • Milch
  • Eier
  • Gemüse
  • Nebenprodukte
  • Zusatzstoffe (synthetische Nahrung wie z.B. Geschmacksverstärker)
  • Wasser

Hinweis:

Einige Hersteller von Hunde- und Welpenfutter stellen Tierfutter aus Abfallprodukten her. Oft sind das Tierfutterhersteller, die einem größeren Lebensmittelkonzern angehören. Hierzu empfehlen wir, einen kritischen Blick hinter die Fassaden der Hersteller zu werfen. Sie sollten sich möglichst eindeutig als Hundefutterhersteller identifizieren lassen.

Arten von Futtermittel /Hundenahrung

Viele Hundefutterhersteller bieten Fertigfutter mit verschiedenen Bezeichnungen an. Erhalten Sie einen Überblick auf die gängigen Fertigfuttererzeugnisarten:

Alleinfuttermittel: So wird Hundefutter genannt, das allein ohne andere Komponenten außer Wasser verfüttert werden kann.

Ergänzungsfuttermittel: Hundenahrung, die zum normalen Futter (z.B. Dosenfutter, Getreide, etc.) ergänzt wird.

Trockenfutter: Bei der Herstellung von Trocken-Hundenahrung wird den Bestandteilen die Feuchtigkeit entzogen. Das Futter ist somit lange haltbar und äußerst einfach zu handhaben. Trockenfutter sollte man etwas Wasser zufügen. Trockenfutter wird heute von den meisten Hundehaltern bevorzugt.

Feuchtfutter: Feuchtfutter gibt es häufig in Dosen. Bei diesem Futter wurde der Hundenahrung keine Feuchtigkeit entzogen. Dosenfutter besteht meist zu 80% aus Feuchtigkeit und nur 4% aus Fleisch, welches überwiegend „tierische Nebenerzeugnisse“ enthält. Also statt 4% Herz, Leber, Niere usw. sind oft viele Knochen, Sehnen und Organe enthalten, die nicht separat auf der Dose oder Packung deklariert sind.

 

Ernährung von Welpen und erwachsenen Hunden

Welpen: Die meisten Hundezüchter erstellen einen Futterplan für Ihre Welpen. Welpenbesitzer ist zu empfehlen, sich an diesen Plan zu halten.
Welpenfutter können Sie selbst zubereiten, oder Sie wählen spezielles Fertigfutter für Welpen. Fertiges Welpenfutter berücksichtigt den Kaloriengehalt, Anteile an Vitaminen und die Dosierung von Mineralstoffen. Wer die Mühen nicht scheut, kann Welpenfutter auch selbst herstellen. Hierfür gibt es in Buchhandlungen spezielle Kochbücher bzw. Rezepte.
In den ersten Wochen nachdem Sie den Welpen in Ihr Heim geholt haben, sollte das Welpenfutter überwiegend aus Welpenbrei und sehr leicht verdaulicher Nahrung bestehen. Später wechseln Sie zu Fertigfutter wie Trockenfutter. Zum Übergang lassen Sie das Trockenfutter länger im lauwarmen Wasser einweichen, bevor Sie es Ihrem Liebling servieren.
Besonders wichtig bei der Fütterung ist die Einhaltung des Futterplans. Ein Welpe benötigt wachstumsbedingt mehr Nahrung als ein ausgewachsener Hund. Da Welpen aber nur über einen sehr kleinen Magen und einen zarten Verdauungsapparat verfügen, sollte die Tagesration für einen Welpen in vier Mahlzeiten aufgeteilt werden. Diese werden im Laufe eines Jahres nach und nach bis auf ein bis zwei Mahlzeiten am Tag reduziert.

Orientieren Sie sich an folgender Tabelle:

8. – 12. Woche = 4 Mahlzeiten

3. – 7. Monat = 3 Mahlzeiten

7. – 12. Monat = 2 Mahlzeiten

ab 12. Monat = 1 – 2 Mahlzeiten

 

Halten Sie auch die Menge der Hundenahrung ein. Eine Überfütterung führt schnell zu Fettleibigkeit, zu erhöhtem Gewicht und zu schnellem Wachstum. All das sollten verantwortungsbewusste Hundebesitzer unbedingt vermeiden, weil es zu chronischen Leiden führen kann.
Typische Erkrankungen bei Übergewichtigkeit sind beispielsweise Hüftdysplasie (HD) oder Skeletterkrankungen. Diese Krankheiten entstehen, weil das zarte Knochengerüst einen zu schweren Körper tragen muss. Zur Kontrolle der richtigen Fütterung fühlen Sie einfach öfter mal die Rippen Ihres Hundes. Lassen sich die Rippen nur mühsam oder gar nicht ertasten, haben Sie zu viel gefüttert. Der Welpe darf auf keinen Fall pummelig wirken.

Viele Züchter empfehlen eine Mischernährung aus Fleisch (wie z.B. aus Dosen) und Hundeflocken (hoher Gehalt an Kohlenhydrate). Denken Sie daran, dass die Flocken immer feucht angerührt werden müssen. Sollten Sie die Hundenahrung später einmal wechseln, dann tun Sie dies nicht von heute auf morgen. Mischen Sie in einer Übergangszeit von einigen Tagen die bisherige Hundenahrung mit dem neuen Futter, damit sich der Körper des Hundes auf die neue Hundeernährung einstellen kann. Oftmals kommt es bei Futterumstellungen zu Durchfall. Grundsätzlich gilt: Immer frisches Wasser bereitstellen.
Erwachsene Hunde: Erwachsene Hunde bekommen 1 – 2 Mal pro Tag eine Mahlzeit. Welches Futter Sie auch immer füttern, achten Sie auf die Dosierungsangaben des Herstellers auf der Verpackung und auf die Linie Ihres Hundes. Generell gilt, je älter der Hund, desto weniger Futter benötigt er.
Hunde, die sich viel bewegen, wie z.B. junge Hunde oder aktive Hunde, die viel Sport treiben, benötigen mehr Nahrung, da sie Energie verbrauchen. Haushunde, die sich weniger bewegen, benötigen dagegen sehr wenig Futter. Füttern Sie Ihren Hund zu regelmäßigen Zeiten und sorgen Sie auch mal für Abwechslung im Hundenapf. Auch Hunde wollen nicht immer das gleiche Futter fressen.

 

Füttern verboten – Was nicht zur Hundenahrung gehört

Viele Menschen meinen, dass Hunde Müll- und Resteschlucker sind und fast alles fressen können. An dieser Stelle möchten wir auf die wichtigen Nährstoffe hinweisen, die Hunde benötigen (siehe oberer Text), und auf mögliche negative oder sogar tödliche Auswirkungen falscher Hundenahrung.

Folgende Nahrung dürfen Sie Ihrem Hund nicht geben:

  • Schweinefleisch/Schweineknochen (können Krankheiten übertragen, die zum Tod führen können)
  • Geflügelknochen (sehr schlecht verdaubar können schnell zu Erstickung führen)
  • Milch (enthält Laktose, eine Zuckerart, die für Hunde nicht verträglich ist)
  • Essensreste (Zumindest nicht als regelmäßige Hauptmahlzeit. Hunde sind keine Müllschlucker. Sie benötigen eine spezielle Ernährung.)
  • Knochen (Entgegen der häufig vertretenen Meinung, Hunde benötigen Knochen, raten viele Hundeexperten davon ab. Tierknochen sind schlecht für die Verdauung. Kaufen Sie besser spezielle Hundeknochen aus der Tierhandlung.)
  • Süßigkeiten
Kategorien: HundeBlog

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